Geschafft - nach 540KM und 14.400HM haben wir nach hartem Kampf den Feldberg erreicht und sicherten uns den 8. Platz in der Mixed Team Wertung. (ursprünglich 18 Teams). Die ersten 4 Tage wurden mal wieder zu einem Schlammschlachtfestival. So langsam frage ich mich, ob ich diese Bodenverhältnisse magisch anziehe. Nach der ersten Etappe lagen wir auf Platz 10 aber mit noch allen Möglichkeiten auf Platz 5 (6 Teams innerhalb von 7min). Die Vorjahreszweiten aus den NL, das FXX Team mit Annette Griner und Steffen Schaal als auch das Team Zwillingscraft mit Peggy Klose waren für uns eine Nummer zu groß.
Auf den ersten 30KM der 2. Etappe, mit 2750HM ein echter Härtetest, erlebten wir pures Rennfeeling. Wir lieferten uns mit den direkt vor uns platzierten Teams einen wahren Schlagabtausch. Eine Attacke jagte die nächste ohne das sich ein Team entscheidend absetzen konnte. Diese Aktion des hemmungslosen "überpacen und über dem Limit fahren" sollte sich noch auf den letzten Etappen rächen. Nach völligem Blindflug, nur noch Dreck vor Augen, mussten wir leider in einer Abfahrt abreißen lassen. In all dem Schlamm und ohne Kontakt zu unseren direkten Konkurrenten verließen mich Motivation und meine Kräfte. Aber ich hatte ja noch Karl-Heinz, der mich am Berg immer wieder mit "harten" Sprüchen pushte. Trotzdem war der Rückstand auf Platz 5 am Ende der Etappe bald 20min.
Am Tag 4 folgte die Königsetappe nach Freudenstadt - wie gewohnt bei Nass von oben, Schlamm von unten und echter Eiseskälte. Zu dieser Etappe lässt sich nur sagen - DANKE KARL-HEINZ.
Die 5. Etappe führte uns nach Engen - 99KM und nur 1400HM. Aber von Erholung weit gefehlt. Karl-Heinz durfte sich im Wind austoben und ich versuchte seiner hohen Trittfrequenz in der Ebene und am Berg "Herr zu werden". Nachdem ich von der ersten Minute an immer "Anschlag" gefahren bin, merkte ich zusehends wie meine Kräfte immer mehr schwanden.
Die 6. Etappe war mein persönliches Highlight. Die Alpeciner, die direkt hinter uns platziert waren, versuchten uns zu attackieren. Karl-Heinz und ich boten aber eine taktische Meisterleistung. So mussten die Alpeciner 40KM hart arbeiten und wir konnten uns "erholen" und eine Attacke planen. Nach der letzten Verpflegungsstation sahen wir dann noch das FXX Team, welches direkt vor uns im Ranking lag. Insbesondere Katja sah angeschlagen aus. Am Berg nach der Verpflegung setzten wir die Attacke gegen die Alpeciner. Kaum zu glauben, aber 7KM vor Zielschluss holte uns das angeschlagenen FXX Team wieder ein. Jetzt hieß es dran bleiben und auf den Zielsprint auf einer 25% Asphalt Rampe hoffen. Aus dem Windschatten heraus haben wir alles gegeben und den Spurt gewonnen. Das tat so gut, auch wenn ich danach erstmal minutenlang auf dem Asphalt lag.
Scheinbar, war das die Vorahnung was uns am letzten Tag erwarten sollte. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass man sich in's Delirium fahren kann - am Samstag tat ich es! Es waren die härtesten und qualvollsten 4:53 Minuten, die ich je erlebt habe! Trotz widrigster Bedingungen zu Beginn war es eine tolle und extrem lehrreiche Woche, die mir auch einmal Grenzen aufgezeigt hat. Aber Grenzen sind da um verschoben zu werden - hoffentlich bei der Transalp 2011!!!
Karl-Heinz - Thank you for pushing, fighting and emotion biking!
eure Jana



